Vietnam:  Der zweite Eindruck

Dieser Bericht könnte unser privater Erfahrungsbericht sein. Leider habe ich eine blühende Fantasie und alles ist erfunden.  Namen, Personen, Orte und Begebenheiten sind erdacht und somit rein zufällig und unabsichtlich.


Lotusblüte. Wer dieLotusblüte sehen möchte, der muss früh aufstehen, denn die Blüten verstecken sich vor der Hitze des Tages.

Vietnam


Alles bewegt sich.   Alles ist im Fluss.

 

Vietnam


Das ist Wärme, Chaos, Dreck, Gestank.
 

Vietnam


Das ist Wärme, Freundlichkeit, Hilfbereitschaft, Kameradschaft, und Ordnung.


Vietnam


Das ist der chaotische Verkehr. 

 

Tatsächlich ist der Verkehr geprägt vom scheinbar rücksichtslosem fahren und einer gegenseitiger Rücksichtnahme, keiner mag Rowdys. Das scheinbare Chaos löst sich ein wenig auf, wenn man Zeit hat, die Regeln zu verstehen

Das macht den Verkehr nicht ungefährlicher, aber berechenbarer.

Jede Taxifahrt wäre es Wert gefilmt zu werden. Diese Videos auf Youtube entsprechen nicht der Wirklichkeit. Denn diese ist viel heftiger.
 

Grundsätzlich existieren Regeln.


An roten Ampeln wird tendenziell gehalten.

Es gibt eine "Rechts vor Links" - Regelung.


Zu Beobachten ist, dass jeder scheinbar das Recht hat, zu fahren. 

So wird es sich in den laufenden Verkehr eingedrängt. 

Dabei orientieren sich die (inzwischen zahlreichen) PKW`s in der Mitte der Fahrbahn. 

Es ist immer genug Abstand zur Seite zu halten, um die Rollerfahrer durch zu lassen. 

Diese überholen auch in Kurvenfahrten ober beim recht/ links abbiegen.


Die nachfolgenden Fahrzeuge orientieren sich an dem abbiegendem Fahrzeug und weichen diesem aus. 

Es ist jederzeit möglich auch auf einer vielbefahrenden Straße, zu wenden oder abzubiegen.  


Auf den Straßen ist einfach alles unterwegs.


Normal ist, auch auf den Umgehungsstraßen, dass dort Fußgänger queren, Fahrräder rollen und die langsamen dreiräderigen Transport-roller schleichen.


Langsamere Fahrzeuge werden überholt.


Prinzipiell gibt es ein Linksfahrgebot und das Verbot rechts zu überholen. 

Dieses Verbot wird aber von jeden kreativ umgangen.


Überholt wird rechts, links oder halt im Gegenverkehr. Auch auf Umgehungsstraßen oder bei durchgezogenen Linien.
 

Alles wird von einem ständigen Gehupe begleitet.    

Auch hier gibt es Regeln.

  • Vor jedem Überholen wird gehupt.
  • Vor der Einfahrt in eine Kreuzung wird gehupt. 
  • Langsamere Fahrzeuge werden zur Seite gehupt. 
  • Alle Roller die Links fahren, werden auf ihr Verhalten hingewiesen, durch mehrfaches hupen.


Auch hier reicht die Spanne von Fahrern die ihren linken Daumen nur kurz anheben und ansonsten dauerhaft Akustik erzeugen, bis hin zu Fahrern die tatsächlich nur in "Standardsituationen" hupen.


Gewöhnungsbedürftig ist der geringe Abstand.


Ständig wird auf Tuchfühlung gefahren.


Nicht nur an Ampeln, auch bei dem Linksabbiegen oder auf Kreuzungen.  


Ein Abstand von wenigen Zentimetern zum Vordermann ist oft zu beobachten.


Besonders gern, wenn sich das Taxi auf der linken Spur befindet und der turmhohe Geländewagen rechts neben einem, links abbiegen will. 

Dazu setzt der Geländewagen den Blinker und fängt an die Spur zu wechseln. Das dabei mein kompletter Sichtbereich mit dem sich bedrohlich näherndem Blech ausgefüllt wird, ist nachvollziehbar. Dabei konnte ich schon öfter die Feinheiten in der Lakierungen des Nachbarfahrzeugs bewundern, so nahe kommen sich die Fahrzeuge.

In der Regel verlagert dann das Taxi (in dem ich sitze) seine Fahrbahn. 


Dies alles ist nur möglich, wenn sich jeder an die "Regeln" hält.


Alles ist in Bewegung.

Man bewegt sich mit einer relativ langsamen aber konstanten Geschwindigkeit. Es ist jederzeit damit zu rechnen, dass das Fahrzeug ausweichen, anhalten oder beschleunigen muss.

Es geht dennoch relativ zügig voran um in das 8 km entfernte Office zu gelangen.


Es wird für diese Entfernung ca 30 Minuten benötigt. Hanoi ist eine Großstadt mit mehreren Millionen Einwohnern. und wir befinden uns im Touristischem- und Verwaltungszentrum der Stadt.



Freunde

 Ich habe einmal gelesen: "Die besten Deutschen trifft man ausserhalb von Deutschland".


Dieser Satz stimmt.


.... Natürlich nicht, denn die Leute sind dieselben.


ABER ihr Benehmen ist anders: enger, offener.


Wir haben Gestern ein Abendessen mit einem anderen Ehepaar genossen.

Organisiert hat das Nada, die Euch schon bekannte Südafrikanerin.

Der Abend verlief harmonisch, von dem heftigen Spiel der Kinder abgesehen.

Wir saßen am See, in dem Freien, auf einer Terrasse. 

Die Temperaturen wurden von großen Ventilatoren geregelt (bis 10:00 Uhr pm).

Das Essen wurde von Nada bestellt. Ergänzt von meinem Wunsch nach gegrilltem Tunfisch, einem vegetarischem Salat für Catharina und french fries für Niclas.

Essen am Westlake.  Nada macht das Foto. Die Principale sitzt am Ende des Tisches.


Witzigerweise brachte der Kellner das Essen konsequenterweise -> nacheinander auf den Tisch. 

Das Essen wird in der Mitte aufgebaut und jeder langt mit seinen Stäbchen zu.  

Von der Mitte aus wird das Essen, in das eigene Schälchen überführt und dann mit oder ohne Soße gegessen. 

Mittlerweile funktioniert das Essen mit den langen Stäbchen so einigermaßen.


Durch das Getrödel in der Küche nahm der Abend kein Ende. 

Jede neue Speise wurde mit Gelächter und Hallo begrüßt.  


Selbst die Nachspeise welche (zum Glück der Kinder) aus Speiseeis bestand, wurde im zeitlichen Abstand zueinander, nacheinander aufgetragen. 

Belohnt wurde das Warten durch das wirklich leckere Essen.
 Die Rechnung belief sich dann auf 2.000.000 VND (75 Euro). 

Bei 4 Kindern, 6 Erwachsenen und ca 8 verschiedenen Tellern und Getränken durchaus angemessen. Jedes Pärchen ließ 1.000.000 Dong springen.

 

 Die Schweizer luden uns zum Baden auf den nächsten Morgen ein.

 Am Morgen danach fanden wir uns also im Haus des Ehepaares ein.


Pool unter Palmen.

 


Angekommen am Haus, erwartete uns eine dieser alten französischen Kolonialbauten. Mit einem Swimmingpool versehen, durchaus sehenswert. (Baujahr 2010 sieht aber schon alter aus!!!)


Locals werden ein solches Haus nur als Personal zu sehen bekommen.

Koloniale Villa in Hanoi. 


Es ist nicht in unserem Vorstellungen (Budget) vorgesehen, dass wir ein solches Haus beziehen werden. Aber durchaus nett !


Innerhalb des Vormittags erfuhren wir viel über die Lebensgeschichte ihrer Töchter, von Ihr, dem Leben in Hanoi und allgemeines.

Sie ist ein überzeugender und tatkräftiger Typ, der gewohnt ist Sachen anzugehen und umzusetzen.

Im Gespräch verging die Zeit schnell. 

Bald war der Mittag gekommen. Unsere Gastgeberin ließ es sich nicht nehmen uns "Reste" aufzutischen.

Es gab Sushi und Nudeln in Tomatensoße für die Kinder. 

Das Japanische Nationalgericht war kalt und mit vietnamesischer Wurst und Gemüse gefüllt.  

Zur Erinnerung, wir haben uns erst gestern das erste Mal getroffen!

Die vielbeschäftigte Frau vermisst ihren Freundeskreis.

Durch den ständigen Wechsel der Experten, entstehen wortwörtlich weltweite Freundschaften.

Oft sind es gerade erst kennengelernten Bekannten, denn Sie sind mit Ihrem Vertrag zu Ende und wechseln in andere Städte.

 Als wir erwähnten, dass unser Mietvertrag der Wohnung ausläuft und wir noch keinen anderen Wohnraum angemietet haben, erfolgte der spontane aber ernstgemeinte Vorschlag, ob wir nicht in Ihrem Haus wohnen wollten, da sie den Urlaub in der Schweiz verbringen würden.
 

Jeder benötigt mal Hilfe.
Jeder möchte sich mal in seiner Muttersprache unterhalten.
 Oft können nur gemeinsam Probleme gelöst werden, wie z.B. Deutscher Schulunterricht für die Kinder.


Wir sind hier als Entwicklungshelfer.

Das bedeutet, wir arbeiten ohne Gewinnabsicht.

Meine Motivation ist tatsächlich es den lokalen Personen zu ermöglichen, Ihre Lebenssituation durch mein Fachwissen zu verändern.


Mit diesen Gedanken grüße ich Euch aus Hanoi, Vietnam

Wo auch immer Ihr gerade seid.

 

Oliver Stuckert 

Hanoi am 15.06.2016





 

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