Sommer 2025 

Radreisezeit

 

In diesem Jahr beende ich den Rheinradweg 

vom Bodensee bis zur Nordsee!


 

Wir erleben lange Stunden auf dem Rad, tolle Landschaften, Sturm, interessante Menschen und die herausragende Fahrrad- Infrastruktur in den Niederlanden.


 

Der Text ist noch im Aufbau, wer Fehler findet - darf Sie behalten!

Der Text ist; wie immer frei nacherzählt und Begebenheiten und Personen sind rein zufällig und nicht real.

 

 

Der Sommer (und damit zusammenhängend die Dauer des Aufenthaltes in Deutschland) ist bedingt durch meinen Job in Ruanda für uns sehr kurz in diesem Jahr.

 

Der Aufenthalt ist von Arztterminen und anderen dringende Angelegenheiten dominiert. 

Ist es normal, dass man für einen Facharzttermin, zur Überprüfung der Gesundheit, über 6 Monate warten muss???

Dementsprechend durften wir unsere sonstigen Urlaubspläne um diese Termine herumbasteln.

 

Dazu kommen noch die Termine der "Kinder" und anderer Mitreisender.

 

Da der Rückflug als festes Datum am 21. August 2025 gebucht ist, blieb mit nur die Zeit vom 09. bis 17.August 2025.

Am 19.08.2025 sind schon wieder andere wichtige Termine gebucht.

 

 

 

Tour im Überblick:

  • Von Rinteln an der Weser entlang - bis Hann Münden,
  • Fuldaradweg bis Kassel,
  • Quer durch Hessen an die Lahn - bis nach Koblenz,
  • Dem Rhein folgend bis Emmerich, ab dort heißt der Rhein Waal - bis nach Hoek van Holland,
  • Die Nordsee herauf bis nach Zandvoort, über Amsterdam zurück nach Emmerich bzw Xanten von dort mit der Bahn zurück.

 

 

Samstag, 09.08.2025 

 

Der Tag der Abfahrt.

Am Freitag bin ich noch ein Ruderboot aus Deggendorf an der Donau abholen gewesen. 


Für einen langgeplanten Gesundheits - Routinecheck durfte ich den Donnerstag noch in einer Klink verbringen. 


Es war geplant, das Boot eine Woche eher abzuholen und dann dort den Donaudurchbruch (vor Regensburg) zu paddeln aber unser Auto hatte andere Pläne. Die Wasserpumpe war defekt und musste getauscht werden. Zusammen mit dem Zahnriemen war ich nicht nur 1300 Euro ärmer, sondern auch 2 Wochen älter.

 

Da mir die Zeit davonläuft, blieb nur der Freitag zum Abholen des Bootes übrig.

Also sind wir mal kurz an die Donau, das Boot auf den Anhänger und zurück. Bedingt durch zahlreiche Staus verlängerte sich die Fahrzeit um 2 - 3 Stunden. 

Immerhin konnten wir die Nacht durchfahren und das Boot erfolgreich um 05:00 Uhr abladen. Auch konnten wir die neue Wasserpumpe testen, das Auto machte keinen Ärger und ist somit bereit für die nächsten Jahre ;-)

 

Am Samstag dann - nach der durchfahrenden Nacht- das Fahrrad hatte ich schon vorher gepackt - ging es tatsächlich los.

 

Aus Zeitgründen musste ich leider ab Rinteln an der Weser fahren, statt ab Minden. 

Der mir gut bekannte Weserradweg zurrte unter mir hinweg. Es ist immer wieder toll, wie gut das Rad läuft!

Noch ist es völlig irreal, dass ich tatsächlich unterwegs sein sollte.

 

Ich hatte so lange geplant und mir Strecken auf Kommot und Google ausgesucht, dass ich es nicht wirklich glauben konnte, tatsächlich unterwegs zu sein. 

Meine Radfahr- Training - Vorbereitung für die Radreise in diesem Jahr war noch erbärmlicher als in den Jahren zuvor. In Ruanda habe ich weder ein Fahrrad noch ein Rudergerät so wie in Jordanien. Lediglich 2, 3-mal bin ich den Bückeberg hinauf gefahren in diesem Sommer.

 

Als Etappenziel hatte ich mir eigentlich Polle ausgesucht, aufgrund des Niedrigwassers in der Weser fuhr die Fähre aber nicht. 

- Dann halt bis Höxter.

Die Weser ist unser "Hausfluss" und den Radweg befahre ich nun zum 4ten Mal. Dennoch komme ich immer wieder an mir bekannten und unbekannten Stellen vorbei. 

 

ABER es lohnt sich jedes Mal, auch wenn der Radweg an diesem Sommer Wochenende schon eher ... voll ist. 

Was ja auch sein Gutes hat, denn so ist die Infrastruktur rund um den Radweg bestens ausgebaut.

 

In Höxter angekommen, kann ich mir noch ein Plätzchen auf dem schon recht vollem Campingplatz aussuchen.

Wie "immer" möchte die Dame an der Rezeption mich auf den Platz am Eingang senden.

Da es dort aber eher eng ist und zudem die Nachbarn gerade Grillen (sehr geruchsintensiv) verziehe ich mich an das Weserufer.

 

Kurze Zeit später steht das Zelt, es ist immerhin eine Weile her, dass ich es das letzte Mal benutzt habe.

Auf dem Campingplatz eigenem Restaurant bestelle ich das erste Schnitzel meiner Radreise.

Dem Gespräch der Dauercamper am Nachbartisch lauschend (unfreiwillig) wurde ich mit den neuesten Campingplatz internen Infos versorgt.

 

Wenn man lange im Ausland ist (ohne die Landessprache zu sprechen) ist es ungewohnt die Menschen zu verstehen. Insgesamt glich das Gespräch für mich eher einer Comedy Veranstaltung, (Hunde, Beziehungen, Autos und wer mit wem) - auf jeden Fall war es sehr unterhaltsam.

 

 

Sonntag, 10. August 2025

 

Die erste Nacht im Zelt ist immer etwas Besonderes. Die noch ungewohnten Geräusche und Umgebung.  Wo ist eigentlich was, ich hatte doch eben noch... 

In der Frühe packte ich meine Sachen zusammen und es ging erneut in den Sattel.

Dass das Zelt am Morgen noch nass ist, kenne ich schon und macht mir keine Sorgen mehr.

 

Heutiges Etappenziel ist ein Campingplatz irgendwo in Hessen (nach Fritzlar) auf dem Weg zur Lahn.

 

Der Radweg führt mich zunächst am Weser -Ufer entlang bis nach Bad Karlshafen. Dort wollte ich eigentlich einen Kaffee trinken, leider hat es sich aber nicht ergeben, - dann halt in Hann Münden. 

Immerhin konnte ich in Karlshafen den Hafen und das Gradierwerk bewundern. Mit einem tiefen Atemzug geht es weiter.

 

Eigentlich wollte ich der rechten Seite der Weser folgen, damit ich das berühmte Waldstück umfahren kann, aber der Weg stoppte vor einer Fähre und an der Bundesstraße war kein Radweg mehr?

 

Immerhin, die Fähre legte gerade ab und nach zurufen kamen die netten Kollegen kurzerhand zurück und nahmen mich mit.

Es war die erste Fähre des Tages und man hatte gerade erst mit der Arbeit begonnen.

 

In der Folge durchfuhr ich kurzer Zeit später den berühmt berüchtigten steilen Waldweg. ABER von dieser Seite kommen, war es nicht sooo steil und gut zu bewältigen. Eine Gruppe Gravel Biker kam mir entgegen, bei denen sah der Anstieg "etwas" mühevoller aus ;-).

 

An der Weser entdeckte ich viele Stellen, welche ich erkannte, dennoch wollte sich die richtige RADREISE -Stimmung noch nicht einstellen (Tag 2).

 

Irgendwann erreichte ich Hann Münden. 

Natürlich als Erstes zum Weserstein.

Ich war ja vorgewarnt worden - aber- der Baum ist weg!

WARUM?

Der ehemals schön angelegte Platz ist jetzt nahezu reizlos geworden.

 

Nach dem obligatorischen Foto flüchtete ich so schnell als möglich.

Der Weg in die Innenstadt geht am schnellsten über die Holzbrücke.

Natürlich ist dort ein Schild "Fahrradfahrer absteigen"!


Ha Ha, wenn ich das Rad schiebe - bin ich doppelt so breit und es ist sehr wackelig das schwere Rad eine Rampe hochzuschieben.

Da fahre ich lieber, mit E Motor im kleinsten Gang, so bin ich im Schneckentempo unterwegs.

 

Es ist nur ein Pärchen auf der Brücke. Dieses überhole ich, wie gesagt: mit Abstand und im Schneckentempo.

Er mault mich an, worauf ich, mit einem Daumen hoch, reagiere. Was er mit einem lautem "Arschloch" quittiert!

Sofort frage ich Ihn, warum er so frech ist, fühlte er sich durch mich bedroht oder belästigt?

 

Die Stimmung in Deutschland ist, auch in den gebildeten Schichten, sehr aggressiv geworden. 

 

In der tollen Innenstadt von Hann Münden hat der legendäre Bratwurststand noch zu. 

Geplant hatte ich eine Kaffee Pause zu machen. Aber ich finde nicht die richtige Stelle und/ oder Bäckerei dafür. So fahre ich kreuz und quer durch die Innenstadt, bis es mir reicht und ich weiter möchte. Was mir eine weitere Ehrenrunde durch die Stadt beschert, Kommot sei Dank.

 

Später erreiche ich den Fuldaradweg. Auf diesem fahre ich sehr gerne, denn er führt direkt am Wasser entlang und ist in sehr gutem Zustand. Der Fuldaradweg bietet tolle Ausblicke auf das träge dahinfließende Wasser. Warum bin ich eigentlich nicht mit dem Boot unterwegs?

 

In Kassel lasse ich mich direkt von der App leiten. Nach der Irrfahrt im letzten Jahr, bedingt durch die vielen Baustellen, möchte ich so schnell als möglich Kassel hinter mir lassen. Obwohl es mir hier eigentlich gefällt.

 

Bald schon bin ich auf dem Weg nach Fritzlar.

Fritzlar besuche ich immer gerne, die historische Altstadt mit der Stadtmauer und den dazu passenden Türmen sind ein tolles Ambiente.

Das Spaghettieis, welches ich in der Erinnerung an letztes Jahr verspeisen wollte, musste ausfallen, da es keinen freien Platz mehr für mich gab. 

Auch in Fritzlar drehte ich ein paar Runden, um mir die Stadt vom Rad aus anzusehen.

 

Zum Glück kann ich die App mittlerweile einigermaßen bedienen, denn auch in Fritzlar ist es nicht so einfach den (Fahrrad) Weg herauszufinden.

 

Der Fahrradweg führt aus Fritzlar hinaus - über Wiesen und Felder - mal schön - mal weniger. 

 

Es ist inzwischen Nachmittag geworden und mache ich mich auf die Suche nach einem Campingplatz.

Mitten im Wald ist ein CP ausgeschildert. Ich habe immer meine Zweifel, ob der Platz denn auch tatsächlich existiert und auch offen hat.

Tatsächlich, der Platz ist da und ist nicht gerade überbucht.

Auf einer Wiese baue ich mein Zelt auf, ich scheine der einzige Zelter hier zu sein?

 

"Nein", das Restaurant hat heute nicht offen, aber 2 Flaschen Wasser und ein Bier könnte Sie mir aus der Küche holen.

 

Damit durfte ich meine MAGGIE Kochstudio -Asia Suppe aus der Tüte- probieren. Dazu passt das viel zu kleine Bier, welches Alkoholfrei war (Absicht)?

 

Noch zu erwähnen war, dass ich zwischendurch mit Google navigiert habe, da Kommot mich gefühlt im Kreis geführt hat.

NEVER trust GOOGLE auf Radwegen.

 

Mal wieder hat Google mich auf einen Waldweg gelockt. Zumindest gab es eine Ausschilderung, warum ich der App überhaupt noch folgte. Gut, es gab auch keine anderen Wege und ich fuhr schon eine geraume Zeit auf Feld- und Wiesenwegen (daher ja auch der Wechsel von Kommot zu Google).

 

Ich hätte ich besser umkehren sollen!!!

 

Zu Beginn des Waldes gab es noch eine richtige Straße - so mit Asphalt und so.

Im Wald endete der Asphalt und wurde zu einer Gravel aber immerhin noch gut zu befahren.

Dann - mitten im Wald und oben auf dem Berg (Hessen!) hörte der Gravel unvermittelt auf und wurde zum sehr schmalem Schlammweg mit tiefen Pfützen und Spurrillen.

Sehr langsam unter ständigem Bremsen meisterte ich das Stück (Weg kann man nicht sagen) nur um vor einem Schlachtfeld zu landen.

Hier hat ein "Arsch" Bäume gefällt und diese Quer über dem Weg liegen lassen. Wie soll ich da mit dem Rad rüberkommen?

 

Absteigen und das Rad quer durch den Wald über die toten Baumstämme zerrend und hievend gelang es mit schlussendlich, Dornen und Brennnesseln gar nicht erst zu erwähnen! 

Das muss ich definitiv nicht nochmal haben. DANKE GOOGLE!  

 

 

Montag, 11.08.2025

 

Wie gewohnt packe ich in der Frühe meine Sachen zusammen und starte ohne Frühstück.

Da ich allein reise ist das kein Problem. Frühstück kostet mindestens eine Stunde am Morgen mit Kaffeekochen, Zubereitung ect

 

Unterwegs kann ich dann irgendwann einen Riegel essen oder so.

Heute am Montag möchte ich gern an der Lahn entlangfahren, dazu muss ich mich aber erstmal durch das hessische Bergland quälen.

 

Bald schon sehe ich etwas Bekanntes hier oder dort. Ganz sicher bin ich mir selten, dazu sieht es doch zu gleich aus, oder? 

 

So langsam kann ich das Radfahren genießen - werde allerdings von verschiedenen Schmerzen daran erinnert, dass ich evtl doch mehr Sport treiben sollte in Afrika.  

 

Endlich, da ist die Lahn, von nun an muss ich "nur noch" dem Fluß folgen. Schnell schon bin ich in Marburg, rase an Gießen vorbei auf Wetzlar zu. Das Tolle an der Lahn ist, dass die schönen Städte in ca. 30 km Abstand zueinander liegen. Das macht es einfach eine Übernachtung zu finden.

 

Mein Ziel für heute ist die romantische Burgruine in Runkel. Bis dahin ist es aber noch ein wenig hin.

Der Lahn Tal Radweg ist einfach schön, gut ausgeschildert, die Wege sind gut zu befahren und haben wenig Autoverkehr.

 

Oft sind schöne Ausblicke auf den Fluß möglich. 

Sehr romantisch und so. 

Dabei ärgere ich mich (fast), dass ich nicht mit (dem für mich neuem) Ruderboot unterwegs bin. Das nächste Mal.

 

Endlich stellt sich die passende Radfahrer -Melancholie bei mir ein, ist aber nicht so schwer an der Lahn. Denn es ist echt schön hier!

 

Viel zu schnell bin ich unterwegs und erreiche bald darauf ein Dorf, welches ich von früher kenne. Hier habe ich auf dem CP schonmal übernachtet.

 

Stopp! 

 

ich fahre zurück und nehme die Gelegenheit war, in einem kleinen Cafe einen Kaffee am Ufer der Lahn zu genießen. Wenn ich nicht langsamer mache, bin ich viel zu schnell überall vorbeigerauscht.

 

In Selters nutze ich die Gelegenheit meine Wasserflaschen an dem Brunnen aufzufüllen.

Komisch, das Wasser ist heute nicht klar? Dennoch trinke ich eine halbe Flasche. 

 

Nachdem ich endlich den richtigen Weg über die Fußgängerbrücke gefunden habe, ist mir das Wasser der Quelle nicht mehr so geheuer.

Der Geschmack ist kurz vor ... nicht gut. Daher entsorge ich die Pulle bei nächster Gelegenheit.

 

Gegen 18:00 Uhr erreiche ich Runkel. Zum Glück hat der CP noch einen Platz frei und auch der Supermarkt ist fußläufig erreichbar.

Zum ersten Mal probiere ich so einen fertig zubereiteten, abgepackten Salat aus dem Supemarkt. Was soll ich sagen, der ist echt lecker?

 

Auch genügend Getränke hatte der Markt für mich, besser als gestern jedenfalls.

 

Gegen Abend trödle ich ein wenig durch das Dorf und an der Lahn entlang.

Auch genieße ich den Anblick auf die Burgruine von der Brücke aus. Runkel ist definitiv einer meiner Lieblingsplätze in Deutschland!

 

Zurück auf dem CP: Irgendwann darf ich meinen Strom anschließen und die Batterie (E Bike) aufladen. Die jungen Mitarbeitenden sind wirklich sehr zuvorkommend und hilfsbereit! Eigentlich sind die ja für den Bootsverleih und nicht für den CP zuständig. 

Sehr zu empfehlen.

 

 

Dienstag, 12.08.2025

 

Der Plan für heute, bis Koblenz an den Rhein und auf einen Campingplatz irgendwo bei Bad Honnef, wenn es klappt?

Aber der Reihe nach, erstmal ist der Dom zu Limburg Pflicht.

 

Heute komme ich von der anderen Lahnseite in das schöne Limburg. Damit darf ich zwar über die Brücke fahren - verpasse aber den abenteuerlichen Weg direkt an der Lahn entlang.

 

Am Dom schnell ein Foto. 

Wie schon zuvor besichtige ich die Innenstadt vom Fahrrad aus. Nach einigen Runden komme ich zurück zum Uferradweg und strample weiter Richtung Diez und Bad Ems.

 

Bad Ems ist ebenso ein Pflichttermin für mich. Leider darf ich heute hier nicht übernachten, daher beschränke ich mich auf eine Pause an der Uferpromenade.

 

Auch ist der Radweg nahezu fertig und ich werde nicht gezwungen über irgendwelche Waldwege einen Umweg zu nehmen.

2 neue Brücke leiten den Radfahrenden über die Lahn. Diese Brücken glänzen mit ihrem neuen Metall, dass ich schon Angst habe die Brücke dreckig zu machen.

 

Am Ende des Lahnradweges hat mich mal wieder eine Assi-Tussi angemault, dass der Fahrradweg doch woanders langgehen würde. Sie benutzte nicht ganz diese Wortwahl. Was in diesem Fall nicht stimmte, da Umleitung.

 

In Koblenz erwarten den Radfahrenden die fast schon üblichen Umwege. Quer durch die Stadt bin ich irgendwann am Deutschen Eck.

Noch gibt es die Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein. Das Committee zur Anerkennung als Weltkulturerbe will die Laufzeit begrenzen damit das Weltkulturerbe erhalten bleibt. Dabei ist die Seilbahn eine energiefreundliche Touristenattraktion und damit Vorbild für nachhaltige Infrastruktur!

 

Heute gefällt mir der Trubel am Eck nicht so sehr, daher halte ich mich nur kurz auf und fahre rasch weiter.

 

Der Kaiser hält treu die Wacht, Ihn kümmert der Trubel nicht. 

 

Dieses Mal darf ich an der Mosel herauf in Richtung der Brücke entlangfahren.

 

Bald schon geht es, immer der App folgend, wieder zurück an den Rhein. Ich hatte im Vorfeld gelesen, dass der Radweg hier zu wünschen lässt, was die Befahrbarkeit angeht. Das stimmt im Sommer 2025 leider noch immer. Dafür wird man mit gelegentlichen Ausblicken auf den Fluß belohnt. 

 

Es wird Abend, und mein Ziel rückt gefühlt nicht näher. 

Immerhin habe ich am Rhein keine Steigungen mehr zu meistern. Dennoch muss ich des Öfteren stark abbremsen - denn Wurzeln und Kopfsteinpflaster schütteln einen ordentlich durch.

 

Endlich erreiche ich mit Oberwinter mir bekanntere Gefilde. Nun muss ich nur noch einen Campingplatz suchen. Bad Honnef ist auf der anderen Rhein- Seite, daher hebe ich mir die Stadtbesichtigung für morgen auf. Kurz hinter der Fähre, gegenüber der Rein- Insel ist ein CP, welcher noch ein Platz für mich hat.

 

Ein paar Jugendliche haben den Platz neben mir ergattert. Sagen wir so, sie waren sehr redeselig aber eher Camping unerfahren. Aus einer Laune heraus haben Sie Campingsachen gekauft und sind mit dem TAXi auf den C-Platz gefahren.

 

Sehr unterhaltsam das Ganze! So haben sie nur eine aufblasbare Matratze dabei, aber keine Pumpe. Auch ist es nicht zu empfehlen auf nur einer Matratze zu schlafen, da immer der Schwerste unten liegt und die Kollegen auf Ihn draufrollen. UND die Luft halten die Dinger auch nicht über Nacht. Das haben die Jungs (in der Reihenfolge) dann ja auch erfahren.   

Die Kollegen hatten eine Kühlbox mitgeschleppt, in welcher sie eine komplette Kiste Weizen Bier verstaut hatten, welche sie nun großzügig verteilten. Danke nochmal und schönen Gruß!

 

Zum Abendessen sollte ein Italiener in der Nähe des Platzes sein? Den habe ich nicht gefunden bzw der hatte heute Ruhetag. Daher musste ich mich mit einem Dönerteller "begnügen".

 

Zurück am Platz teilten die Jungs noch ein Bier mit mir und erzählten ein wenig. 

Später, ich bin nochmal zum Fluß "gesprintet" und habe dort den Sonnenuntergang mit einem kühlen Getränk bewundert. Ihr wisst schon - Romantik und so. Dann vermisse ich meine kleine Familie  doch sehr.   

 


 

Mittwoch, 13.08.2025

 

Halbzeit, mir wird immer mehr bewusst, dass ich die komplett geplante Reise nicht schaffen werde. 

Schon jetzt bin ich jeden Tag 8 bis 10 Stunden im Sattel. 

Ziel für heute ist Xanten. 

 

Gegen frühen Morgen geht es los, die Jungs von nebenan sind wohl doch irgendwann eingeschlafen, denn es wurde auch dort still im Verlauf der Nacht. 

Dafür sind ein Motorradfahrer und ich schon auf. Wir beide sind bemüht weder besonders leise noch laut zu sein :-)

 

Die paar Meter zurück an den Rhein, zum Glück fährt die Fähre schon und ich besuche Bad Honnef.

 

Zuerst die Villa Uhlenhorst, das ehemalige GIZ-Schulungszentrum.

Die Villa scheint seit dem Auszug der GIZ unbenutzt zu sein und auch im Internet findet man keine Nachnutzung.

 

Wir durften hier vor der Ausreise nach Vietnam 2013 einige Zeit verbringen, daher habe ich sentimentale Erinnerungen an das Gebäude. Es stimmt mich traurig die historische Villa unbenutzt zu sehen. 

 

Mit dem Rad fahre ich am Rhein entlang und suche nach Erinnerungen und nach mir bekannten Gebäuden.

Manches entdecke ich wieder, anderes kommt mir unbekannt vor. 

Den Weltenbummler gibt es noch, den Kindergarten finde ich nicht mehr?

 

Was solls - ist schon 12 Jahre her!

 

Bei Königswinter ist mal wieder eine Baustelle, so dass ich viel zu wenig von der schönen Rheinpromenade und dem Dorf mitbekomme.

Ich gebe auf und fahre Bonn entgegen.

Dazu überquere ich den Rhein auf der Brücke bei Bonn, leider verpasse ich dadurch die Rheinauen, man kann nicht alles haben.

 

Immer auf der Uferpromenade fahrend- verzichte ich auf eine weitere Stadtbesichtigung von Bonn. Es macht nicht wirklich Spaß mit einem Reise Rad durch die Stadt zu fahren und Bonn kenne ich schon.

 

Düsseldorf und Köln kommen ja noch!

 

Der Rheinradweg ist unterhaltsam und gleicht einem Suchspiel (nach dem Weg - dank der Umleitungen). Hier ist Kommot mal wieder gefragt! Google traue ich nach der Waldweg Aktion nicht mehr!

 

Viel zu schnell bin ich in Köln. Die Sonne tut Ihr Bestes und brennt recht warm von oben herab (woher auch sonst)?

 

Ich fahre unter den berühmten Kranhäusern hindurch, am Bahnhof vorbei und unter der Hohenzollern Brücke hindurch.

Da Köln ja bekanntermaßen eher langweilig ist, verzichte ich auf eine weitere Stadtbesichtigung. ;-)

 

Durch irgendeine schlechte Wegführung wechsle ich die Rheinseite mit der Fähre, war nicht so geplant aber der Radweg hat dies für mich entschieden. 

Immerhin komme ich damit (viel später) auf die Düsseldorfer Rheinpromenade.

In der Radwege -Karte wäre die linke Rheinseite besser zu befahren gewesen? Das werde ich wohl nicht mehr erfahren.

 

Da ich gut vorangekommen bin und völlig ohne Kaffee unterwegs, entschied ich mich zu einer Pause.

Ein Eiscafé mit Sitzgelegenheit direkt an der Hochwasserschutzmauer lockte mich.

 

Ein Spaghettieis ist längst überfällig. 

Was soll ich sagen: die Qualität und so sind ja gut aber mit 15 Euro ist es das bislang teuerste Spaghettieis meines bisherigen Lebens.

 

Düsseldorf lässt sich noch gut befahren - immer an der Promenade entlang. Eigentlich wollte ich nach DD endlich die Uferseiten wechseln, da die Radwege links des Rheins durchs Grüne führen sollen?

 

Irgendwie habe ich das aber nicht hinbekommen und bin stattdessen durch die Industrie "Kultur" von Duisburg gestolpert.

Radfahren konnte man das nicht nennen. Ständig Radweg hoch und runter, jede (!) Einfahrt nicht angeglichen und die Wegeführung nicht vorhanden.

 

Sorry Duisburg - aber das war nix.

 

Highlight war schon das Gebilde auf dem Abraumhügel. Da habe ich mich mit dem Rad hochgequält und die Konstruktion und den Ausblick auf die Schwerindustrie "genossen". 

Imposant ist ein Stahlwerk, welches regelmäßig die Produktion mit Wasser abkühlt und gewaltige Mengen Wasserdampf ausstößt. Hätte nicht gedacht, dass bei heutigen Energiepreisen die Wärme/ der Dampf nicht besser genutzt werden würde.

 

Am Kunstwerk fand ich dann ein Handy, welches wohl jemand vergessen hatte. Leider war der*die Besitzer*in nicht mehr in Rufweite.

Daher habe ich es zurück auf die Bank gelegt, dort wird wohl als Erstes gesucht?

 

Von hier bin ich dann zum neuen Duisburger Hafen geradelt. Mit seiner Architektur beeindruckt dieser sehr. 

Solche Gebäude kannte ich bislang nur aus den Niederlanden.

 

Mal sehen, ob auf den Fotos die Architektur rüberkommt.

Ein Besuch lohnt sich hier allemal - ganz zum Gegensatz der Stadt.

 

Ich bin schon wieder viel zu lange unterwegs, daher sollte ich mir langsam einen CP suchen.

 

Xanten ist noch viel zu weit weg, andere C-Plätze sind nicht reizvoll oder liegen nicht an der Strecke.

 

Moment, ist bei Wesel nicht der größte CP in NRW? Der auf der Insel? Die Grav-Insel bei Bislich.

Den wollte ich mir schon immer mal ansehen.

Mit dem Ziel vor Augen schaffte ich es tatsächlich noch - mit meinen letzten Kraft- Reserven - mich dorthin zu schleppen.

War evtl doch etwas lang heute. 

 

Zum Glück braucht man als Radreisender keine Reservierung auf den CP, auf der Zeltwiese ist immer etwas frei für durchreisende Wanderer.

 

Ich konnte einen Platz auf der Camping Wiese ergattern.

Neben mir: Vater und Sohn, mit einem selbstgebauten Camper auf APE- Basis. Das sind diese winzigen italienischen Dreiräder. 

Leider hatte er einen Platten. 

Da konnte ich helfen. 

Mit meiner Messeneuheit, einer batteriebetriebenen Luftpumpe. 

Tatsächlich reichte die Batterieladung um den Reifen (nach dem Flicken des Schlauchs) zu befüllen.

 

Auf dem gut organisiertem CP befindet sich ein kleiner Einkaufsladen. Natürlich besuchte ich diesen direkt nach dem Duschen.

Unterwegs sind mir mal wieder die Getränke ausgegangen, obwohl ich mittlerweile 4 Getränkehalter am Rad habe.

 

Da ich spontan keine gekühlten Getränke im Geschäft fand, fragte ich die hilfsbereite Kassiererin danach. Worauf sie mich in einen Anbau sendete. Der Laden verfügt über einen begehbaren Kühlraum! Das kenne ich sonst nur aus der METRO. 

SUPER, damit kann man ganze Wasserkästen gekühlt kaufen! UND das Ganze zu normalen Preisen.

 

Natürlich habe ich vor Begeisterung viel zu viel Wasser gekauft!

 

Später, in dem Restaurant, welches zum CP gehört, hatte ich dann ein weiteres Schnitzel.

Große Portion, nettes Ambiente und freundliche Bedienung, das glich die Qualität mehr als aus ;-)

 

Im Zelt lauschte ich den typischen Geräuschen eines großen Campingplatzes. Aber ich mag so etwas offensichtlich?

Auch hier wurde es irgendwann leise(r) und ich verbrachte eine erholsame Nacht im Zelt.

 

 


Donnerstag, 14.08.2025

 

Am frühen Morgen dann- Sachen packen und los. Tatsächlich hatte ich gestern viel zu viel Wasser gekauft, welches ich kurzerhand verschlossen und noch versiegelt auf der APE deponierte. 

 

Heutiges Ziel sind die Niederlande -auf dem halben Weg zur Küste. 

Aber heute fahre ich erstmal am schönen Niederrhein entlang.

 

Auf diesen Teil der Strecke habe ich mich besonders gefreut.

 

Als wir in Emmerich gewohnt haben, sind wir hier mit den Kindern oft mit dem Rad gefahren. Mal sehen was sich verändert hat und ob ich etwas wiederfinde.

 

An Xanten vorbei wechsele ich die Rheinseite. 

Schnell bin ich am diesem Morgen in Rees.

Über den Planetenweg erreiche ich die Altstadt mit der tollen Rheinpromenade.

 

War hier nicht irgendwo der Sportplatz, wo die Kinder einen Wettkampf hatten?

Ah, der Spielplatz ist auch noch da.

 

Die Mauer steht und die Fähre ist auch noch da!

So schwelge ich in Erinnerungen und fahre ein paarmal im Kreis herum (Laut Duden ist ein paarmal oder ein paar Mal - beides richtig).

 

An Opas Angelplätzen vorbei - radel ich voller Erinnerungen in Richtung Emmerich.

 

Von dem Radweg aus sehe ich die Anlagen des Kern-Kraftwerks in Kalkar, welches niemals in Betrieb ging und nun ein Freizeitpark ist.

 

Leider ist der Rheinradweg ab/ bei Dornick gesperrt, ein weiterer Höhepunkt für uns Radreisende.

Daher musste ich über die Landstraße nach Emmerich hineinfahren.

 

Ich hatte lange überlegt, ob ich auf der Kläranlage anhalte oder nicht.

Kurzentschlossen verzichtete ich darauf- da ich nicht wirklich Zeit hatte. Und nur 5 Minuten "Hallo" sagen hätte uns mehr frustriert als geholfen. Zu viele Gedanken und Erinnerungen gehen mir durch den Kopf, das alles passt nicht in ein kurzes Hallo.

 

So besuchte ich nur wenige Orte in unserer ehemaligen Heimatstadt, vom Rad aus.

Lediglich bei Katjes, dem Werkverkauf auf der Rheinpromenade, halte ich kurz an (nur 2 Tüten gekauft), noch schnell ein Foto vom Haus und dem Kindergarten, dann ging es auch schon weiter.

 

Durch die Sperrung des Radweges fuhr ich nun über Borghees zurück an den Rhein. An Elten vorbei nach Lobith/ Tolkamer.

 

Auch mit Tolkamer verbinde ich viele Erinnerungen, wie oft sind wir hier mit den Kindern Eis essen gewesen.

Ich solchen Momenten wird man sich der eigenen Vergänglichkeit bewusst.

Kann es wirklich sein, dass unser letzter Besuch hier schon 12 Jahre her ist?

Mir kommt es wie gestern vor!

 

Nächstes Ziel ist die Biland, auch hier kaum Veränderungen zu beobachten. Immerhin kann ich eine kurze Pause in den top gepflegten Hygieneanlagen des Strandbades machen, kostenlos.

 

Als die Kinder klein waren, haben wir hier viele tolle Sommertage verbracht.

Für heute reicht ein Foto und eine kurze Pause.


Auf dem Weg zur Fähre halte ich kurz bei einem älterem Ehepaar an, welches einen "Platten" am Rad hatte. Da ich viel zu viel Flickzeug dabei hatte, konnte ich hier kurz aushelfen.

 

Mit der Fähre gelange ich auf die andere Rheinseite. Zur Waal wird der Rhein erst ein paar Meter flussabwärts.


Der nette Fährmann war gerne bereit auf "mein" havariertes Pärchen zu warten (Holländer halt).

 

Eigentlich wollte ich über Arnheim, auf der neuen Fahrradautoban nach Nijmwegen fahren, aber ihr wisst es schon, ich musste die Strecke einkürzen. Das nächst Mal bestimmt.

 

Immer der Waal folgend, radel ich dem Euro Velo 16 hinterher.

 

Nijmegen ist ein weiteres High Light auf der Tour. Aber auch hier besuche ich "nur" die Promenade. 

Damit tue ich der Stadt ein Unrecht, denn diese quirlige Studentenstadt hat viel zu bieten.

Aber mir genügt heute der Trubel an der Promenade, wo sich viele junge Menschen in der Sonne - nu ja - sonnen.

 

Bald schon bin ich wieder allein auf dem Radweg.

Man muss aufpassen, denn Kommot hat die Eigenschaft einen oft auf die Fernschnellwege zu leiten. 

Auf diesen kommt man zwar unglaublich schnell voran, (daher der Name :-) aber ich wollte ja am Wasser fahren. 


Daher musste ich oft -unter dem Protest der Navigation App- eigenen Wege suchen. Dann geht es eine Weile gut, bis die eigensinnige App einen auf den nächsten Fernschnellweg leitet.

 

In Deutschland kenne ich dieses spezielle Problem nicht, mangels der Fahrradwege.

 

Das kommt davon, wenn man die Reiseroute lange im Vorfeld plant und speichert, aber nicht den exakten Streckenverlauf und Wegepunkte vorgibt.

Abhilfe schafft, wenn man fertig geplante Reiserouten von Kommot übernimmt, mit der Gefahr, dass man die Reise eines "anderen" macht.

 

Es wird später Nachmittag und aufgrund der Erlebnisse des Tages bin ich müde.

Der nächste Campingplatz wird mir auf einer Marina (Binnenhafen) angezeigt.

Tatsächlich ist ein schönes Stückchen Wiese am Wasser für Zelte freigehalten.

 

Bei der Anmeldung warnt mich der freundliche Mitarbeiter noch: "Heute ist Karaoke". Und er hätte heute frei - da nicht: "sein Ding".

 

Kann man verstehen, oder?

Vom Ufer, aus dem Zelt heraus, mit genug Abstand, war es ein lustiger Abend. 

Zuvor konnte ich in dem angeschlossenen Restaurant einen wahren Hochgenuss erleben.

 

Man erwartet ja nicht zu viel, wenn man irgendwo in der holländischen Pampa, auf einem Campingplatz ein Menue bestellt.

 

ABER:

Ich hatte ja genug Zeit, daher konnte ich beobachten, wie die Teller der anderen Gäste aussehen.

Wow, das ist ein Burger, den hätte ich auch gern.

Gesagt getan und was soll ich sagen, der Burger war ungelogen auf dem Niveau eines 5 * Hotels (wenn nicht besser).

Danke dafür und unbedingte Empfehlung (auch ohne Karaoke)!

 

Die Nacht war irgendwann ruhig und erholsam.

Die Waal plätscherte vor sich hin und mit dem Geräusch der fernen Sänger und dem Gurgeln des fließenden Wassers, konnte ich meine Gedanken frei den Tag reflektieren lassen. 


Ja, Emmerich ist uns eine Heimat geworden und es ist schön zu wissen, dass wir hier glücklich waren.

 

Bis Morgen.

 

 

 

Freitag, 15.08.2025

 

Es ist in diesem Moment total unreal für mich: in einer Woche soll ich zurück in Afrika sein? 

Der Gedanke ist derzeit so abstrakt, dass es nicht wirklich begreifbar ist.

Wir haben schon einen merkwürdigen Lebensweg gewählt!

 

Dann lieber die tagesaktuellen Probleme.

 

Am Morgen fahre ich früh los mit dem Rad. Heute ist aufgrund des Windes (das este Mal), das Zelt nahezu trocken.

Normalerweise kann ich das Zelt morgens auswringen. 


Zum Glück habe ich eine große Plane dabei, auf welcher das Zelt steht, so dass ich zumindest nicht den Dreck (Erde) in den Zeltboden einarbeite bei dem Zusammenpacken. 

Die nasse und dreckige Plane kommt in einen seperaten Beutel.

Abends lasse ich beides trocknen, bevor ich das Zelt "beziehe" also meine Sachen im Zelt unterbringe.

 

Heute geht es an die Nordseeküste! 

Soweit der Plan.

 

Es war mit bewusst, dass ich heute Gegenwind haben werde, da an der Küste an 300 Tagen/ Jahr Westwind herrscht.

Zum Glück ist die Batterie des E Bikes aufgeladen. 

Heute stellt sich nicht die Frage, warum ein E Bike!

 

Die Landschaft ändert sich und es wird immer mehr vom Binnenland zum Nordseefeeling.

 

Die Waal muss ich gelegentlich per Fähre überqueren.

Dazu musste ich, in aller Eile, die Fähre näherte sich schon, eine App per QR-Code einlesen.


Dann alle VISA-Card Informationen in der schnelle eingeben.

Aber was nun?

Woher soll ich wissen, wie die Fähre hier heißt?

Auf der Tafel am Ufer ist immerhin ein Abfahrort zu lesen.


Daher den mal schnell als Startort eingegeben - ja Einzelfahrt- ja bestätigen- ja Zahlung freigeben, ja buchen usw.

Die Fähre ist schon da und ich rolle darauf, der Buchungsvorgang ist noch immer nicht abgeschlossen...

 

Als der Herr Schaffner kommt, sehe ich, dass er die App digital einließt - bei den anderen Mitreisenden.

Als er zu mir kommt, halte ich ihm ein wenig ratlos mein Handy hin. "I hope i do everything well?" 

"Ja, Ja" meine der Typ nur mit einem breiten Grinsen "Perfect". Die App wird allerdings nicht von Ihm "eingelesen"?

 

Als ich mir meine App angucke, stimmte der Zielort nicht ansatzweise mit der Realität überein.

Ich glaube, mit dem von mir entrichtetem Preis, hätte ich direkt bis Amsterdam durchfahren können?

Egal!


Die Landschaft ist schön und es wurde immer besser, als ich mal wieder von der Fahrrad- Autobahn zurück an die Waal gefunden hatte.

 

Durch die kleinen Dörfer fahrend, genieße ich die Qualität der Radwege. 

Es gibt in ganz Holland gefühlt keine einzige Wurzel unter dem Radweg.

Es kommt mal vor, dass mal eine Einfahrt die Geschwindigkeit reduziert (rechts vor links).


Lediglich Supermärkte sind sehr wenige. Meint: "Nicht vorhanden".

 

Warum habe ich eigentlich mein Wasser nicht mitgenommen heute Morgen? Ich falle schon wieder trocken.

 

Immerhin ist es nicht meht weit bis zur Küste.

 

Durch das tolle Rotterdam erreiche ich bald einen Weg welcher, immer dem Wasser folgend, zur Mündung der Waal führt.

Das hat den Vorteil, dass man sicher durch das Hafengelände geleitet wird.

 

Auf einer Bank mache ich eine kurze Pause. 

Da gesellt sich ein interessanter Mensch zu mir.

Er ist ein Langzeitwanderer mit High Tech Ausrüstung.

Er ist seit 2 Monaten unterwegs, von der Mündung des Rheins in den Alpen.

Er läuft jeden Tag 30 - 40 km je nachdem, was er sich so anguckt.

Wow.

Da komme ich mir mit meinen 11 Tagen mir arm vor!


Nach der interessanten Unterhaltung verabschieden wir uns herzlich mit den Worten: "Wenn nichts schief geht, sehen wir uns nicht wieder".

Er möchte sich die nahegelegene Stadt ansehen welche ich, wie gewohnt, rechts liegen lasse.

 

Bald erreich ich Hoek van Holland

 

Irgendwie enttäuschend, kein Schild, kein Hinweis auf das Ende der Welt oder so.

Daher fahre ich quer über eine Art Bahnhof zum Strand.

Dort kann ich so etwas wie eine Mohle ausmachen - mit einem Leuchtturm.

 

Gut denke ich mir, dass ist dann wohl das Ende der Waal.

Natürlich darf man auch in Holland nicht mit dem Rad auf dem Strand fahren.


ABER.

Hier erkennt man, dass ich wohl am Ende der Radreise angekommen bin und begeistert werde ich doch aufgefordert hier entlangzukommen - anstelle es zu verbieten.

 

Holland ist eben eine Radfahrnation!

 

Nun, tatsächlich ist es nicht so spektakulär (das Ende der Waal) und nach dem Foto muss ich mich entscheiden  - was zu tun.

 

In 4 Tagen muss ich zurück sein.

Daher fahre ich halt weiter die Küste herauf.

 

An der Promenade von Rotterdam vorbei immer auf dem Küstenradweg.


Bald schon bin ich auf der Höhe von Den Haag also eigentlich eher Scheveningen.


Die spektakuläre Promenade von Den Haag mit der Pier und dem Riesenrad erinnern mich an die Englischen Seebäder. 

Wo genau die Unterscheidung zwischen Scheveningen und Denn Haag verläuft, kann ich nicht ausmachen? (Nach dem Hafen ist Scheveningen).

Natürlich fahre ich mehrfach im Kreis herum (mehr oder weniger freiwillig) bis ich aus dem Hafen heraus bin.

 


Der Küstenradweg ist einer der schönsten Radwege weltweit. 

UND das ist wahrhaft keine Übertreibung.


Es geht quer durch die Sanddünen. 

Immer herauf und herab. 

Auf einem schmalen sehr gut asphaltierten Radweg.


Wer mag, kann das Rad in den Haltebuchten abstellen und zu Fuß über die Sandwege an den Strand laufen.

 

Keine Angst um das Rad, denn hier stehen von den alten gebrauchten Hollandrädern - bis zu Hightech E Mountainbike alles durcheinander.

 

Mir reichen die zahlreiche Blicke von den Dünenkämmen auf die Nordsee.

Genau auf das Wasser, denn ein Wattenmeer kennt man hier nicht und es ist eigentlich immer Wasser da.


 

Aber mir ist es genug für heute. 

Hatte ich schon erwähnt, dass den Tag über konsequent Gegenwind herrschte?

 

Bis Wassenaar wollte ich noch, da wir dort oft mit den Kindern waren. Dort ist ein riesiger Campingplatz (Duinrell).

Obwohl ich echt geschafft vom Tag war, drehte ich auf der Stelle um - als ich das Spektakel von Duinrell endlich erreichte.

Allein die Einfahrt zum Platz ist 4-Spurig!

 

Nein das ist nix für mich. 

Alles eine Nummer zu groß.

Der nächste CP landeinwärts ist ca. 10-15 km in der Nähe von Leiden.

Egal, der soll es sein.

Der Weg wird immer schmaler und bald schon sind kaum noch Häuser auszumachen. Meine Zweifel steigen, ob hier noch was kommt?

Zum Glück für mich ist der Campingplatz doch noch vorhanden. Viel weiter hätte ich echt nicht mehr gekonnt.

 

Endlich erreichte ich den Platz und durfte mein Zelt auf der Wiese aufbauen.

Hier war ich mal wieder der einzige Fahrradreisende.

 

Heute musste ich mich mit Leitungswasser begnügen und meiner letzten Tütensuppe.

Da fragen mich die Leute, warum ich 4 Flaschenhalter am Rad habe, - genau deswegen!

Kommt leider öfter vor, dass ich des Abends trockenfalle.

 

Die Tütensuppe wird mit Käse und Wurstresten aufgepeppt, was halt noch so da ist an kläglichen Vorräten und "weg muss".

 

Immerhin ist es heute Nacht sehr ruhig.

Und ich kann reflektieren; 

Ich habe es geschafft!!!


  Den kompletten Rheinradweg vom Bodensee zur Nordsee in 2 Etappen.     

 

Es bleiben noch 2-3 Tage bis ich zurück sein muss.


PDer lan ist: von hier bis Den Helder (morgen), über den Abschlussdeich und an Groningen vorbei bis Emden oder Norden und von dort mit dem Zug zurück. Es ist zu schaffen ca. 300 km to go.

ABER ab jetzt habe ich Rückenwind, gelle!

 

Mit diesen Plänen zufrieden, verbringe ich eine kühle und erholsame Nacht im Zelt.

Gute Nacht bis Morgen.

 


 

Samstag, 16.08.2025

 

In 2 Tage muss ich zurück sein, außerdem habe ich kein Wasser mehr.

Daher mache ich noch früher auf als gewöhnlich. Schon um kurz nach 7: oo a.m.  

Schnell habe ich alle gepackt und bin abfahrbereit.

Die Batterie des Bikes hatte ich im Waschraum aufgeladen, genau wie die Powerbank. 

Mithilfe der Powerbank, welche ich tagsüber in der Lenkertasche habe, kann ich mit dem Handy einen kompletten Tag navigieren.

 

Letztes Jahr hatte ich dazu eine Solarplatte mit, nächstes Jahr wieder.

 

Von Leiden aus fahre ich zurück nach Wassenaar.

Tatsächlich finde ich "unseren" Parkplatz in den Dünen wieder.

Auch die stimmungsvollen Strand Pavillons gibt es noch.


Das ist für mich Nordseestimmung pur. 

Hier waren wir so oft mit den Kindern. 

Die Kinder haben dann kleine Autos die Dünen herabrollen lassen oder gleich sich selber. 

Warum kann man solche Momente nicht für die Ewigkeit einfangen?

 

Ich Trödel ein wenig am Strand herum, bis mir langweilig wird (ist zudem noch recht kalt hier).

Weiter geht es auf dem Küstenradweg.

 

Ich erfreue mich sehr des Daseins.

Es geht erstaunlich steil hoch und runter.

Dennoch komme ich relativ gut voran.

Um diese Uhrzeit sind nur Rennradfahrer unterwegs.

 

Gegen 10:00 Uhr kommen die Touristen heraus und der Weg wird voll.

Leider frischt auch der Wind auf und entwickelt sich zum Sturm.

So weit so gut, aber warum kommt mir der Sturm entgegen?

Laut Prognose soll der doch an 300 Tagen von "hinten" kommen.

 

Je später es wird, umso langsamer werde ich.

Bald schon mache ich fast keine Fahrt mehr, trotz körperlicher und Batterie höchst- Anstrengung.

 

Was tun?

Letztes Jahr hatte ich mir fest vorgenommen: Wenn nochmal so ein starker Gegenwind herrscht - dann ändere Deine Pläne! 


Statt Den Helder wird es nun Zandfoort.


Das ist ungefähr die Hälfte der Strecke.


Dann gucke im mir eben Haarlem an, kenne ich auch noch nicht.

Auf den tollen Radwegen fliege ich nun dahin.

Jetzt habe ich ja Rückenwind

 

In Haarlem muss ich an einer Brücke stoppen, denn diese wird gerade für ein Segelboot hochgezogen.

In einer Traube von Radfahrern stehe ich herum, bis ich ein Café am Rand entdecke.

Kurzerhand fahre ich zum/ in das Café. Der Kellner ist nicht erfreut, denn er denkt spontan, dass ich abkürzen will über seinen heiligen Boden.

Als ich ihn frage, ob ich einen Kaffee bei Ihm bestellen darf, wechselt er sofort ins Deutsche und ist sehr zuvorkommend.

 

Der Kaffee ist wie gewohnt (in Holland) sehr lecker.

Vom Tisch an der Wasserkante beobachte ich das bunte Treiben. 

Direkt an der Brücke ist eine Schleuse. Zahlreiche Bootstouristen müssen durch diesen Engpass. Man nennt das nicht umsonst "Hafenkino".

 

Leider muss ich bald weiter und so lasse ich das schöne Haarlem hinter mir. Haarlem ist den kurzen Umweg allemal wert und mit einem lachenden Auge fahre ich durch irgendein Naturschutzgebiet Richtung Amsterdam.

Der Weg war jetzt eher langweilig - da immer geradeaus. Aber immerhin gab es schöne Blicke in die Natur. 

 

Eigentlich wollte ich Amsterdam auf jeden Fall meiden.

Meine Erfahrungen mit großen Städten sind, nach Duisburg, erstmal gedeckt - mit dem Rad durch die Großstadt.

Nein Danke.

Aber:

Amsterdam mit dem Rad ist ein echter Genuss.

 

Überall sind spezielle Radwege. Gute Ausschilderung und sogar spezielle Ampeln und Haltespuren für Radfahrer. 

Und wirklich alles und jeder fährt Rad.

 

Am Wasser entlang entdecke ich Brücken und Bauwerke, welche ich bislang nur aus den Medien kannte.

Der Weg führt durch Tunnel, nur für Radfahrer, durch Siedlungen, quer durch Einkaufviertel und am Hafen entlang (wo ich mich natürlich verfahren habe) und schon wieder heraus aus Amsterdam.

 

Heute ist mein vorletzter Tag. 

Ich beschließe bis ca. 60-80 km vor Emmerich zufahren, damit ich morgen in aller Ruhe die letzte km bis Emmerich radel und von dort mit der Bahn zurück.

 

Mal wieder finde ich mich auf einem Fernschnellweg wieder. Da ich aber "Strecke" machen will und starken Rückenwind habe, belasse ich es bei der langweiligen Routenführung.


Unterwegs fährt ein Mountainbiker vor mir her. Wir haben in etwas dieselbe Geschwindigkeit. Mal überhole ich ihn mal fährt er vor.

Er überholt oft, wenn ich ein Foto mache oder mir ewtas angucken will.

Als ich ihn das nächste Mal überhole, spreche ich ihn an, denn er fährt mit einem nahezu plattem Hinterreifen. Da er keine Pumpe hatte, konnte ich abermals mit meiner Batteriepumpe aushelfen. 

Danach flog das Rad geradezu. Leider musste er bald darauf rechts abbiegen und ich nach links. 

Schöne Grüße in die Nierderlande!


Endlich komme ich am Markenmeer in Almere an. 

Almere hat in Emmerich aufgrund des Shopping Centers eine Berühmtheit erlangt.

Daher wollte ich eigentlich hier länger pausieren, aber es ergab sich irgendwie nicht?

Und diese Seite des Meeres, vom Rad aus, war es jetzt nicht sooo verlockend.

 

Naja, was solls? Dann geht es eben weiter Richtung Arnheim.

Nanu, ist das nicht die Hooge Veluwe?

Tatsächlich fahre ich schon durch die Heidelandschaft der Veluwe.

Es ist mal wieder spät geworden und es wird Zeit einen CP zu finden!

 

Das ist in diesem Teil der Niederlande (die Provinz Holland hatte ich ja schon verlassen) jetzt nicht mehr so einfach.

 

Quer durch die Veluwe, welche von der Heide in ein Waldgebiet wechselte, furch ich der App hinterher.

Nach 20 km (!) und die Batterie ist schon wieder fast leer.

 

Immer hoch und runter führt noch der Weg quer durch den Wald. 

Da ich das Spiel von Google und Co. schon kenne, lasse ich mich nicht auf Feldwege locken. UND Google hat es versucht!

Immer tiefer geht es in den Wald hinein und es sind keinerlei Anzeichen von Zivilisation, geschweige denn einem Campingplatz auszumachen.

 

Aber ich muss zugeben, es macht großen Spaß auf den Waldwegen zu kurven!


Da endlich - entdecke ich den Campingplatzt.

Fast schon falle ich von Rad, solange war ich mal wieder unterwegs.

 

Ich darf mich anmelden und werde auf die Zeltwiese gewiesen.

Ich hätte nie gedacht, dass der CP sooo groß ist.

 

Auf der Wiese stellt es sich heraus, dass diese kaum Gras hat und von Bäumen gesäumt ist.

Überraschung, mitten im Wald :-)


Dennoch finde ich einen Platz, welcher mir einigermaßen gerade erscheint. Erst die Tannen bzw Fichtenzapfen und Stöcker absammeln und dann das Zelt aufgebaut. Speziell für eine Gelegenheit wie heute habe ich spezielle Zeltnägel mitgeschleppt. Diese dürfen sich erstmals beweisen. Die dünnen Serien Zeltheringe hätte ich nicht in den Boden gebracht.

 

Heute soll PIZZA Tag sein. Daher wandere ich noch Mal los, zum Restaurant am Zelteingang.

War der Park eben auch schon so groß? 

Ich hätte das Rad nehmen sollen. Oder ein TAXI!

Nach einer gefühlten Unendlichkeit erreiche ich das Restaurantam Eingang.

Zwischendurch erlangen mich Zweifel, ob ich jemals zurück zum Zelt finden werde?

 

Man Bestellt an einer Art Kasse und erhält einen kryptischen Zettel.

Am Pizza Ofen wurschteln ein Paar "was auch immer”. 

Ich höre den Namen meiner Pizza und mache mich auf zur Ausgabe. 

Dort werde ich höflich weggeschickt. Ich bin noch nicht dran. 

Das Ganze wiederholt sich noch einmal.

 

Da wird mir erst klar, dass auf dem Zettel eine Nummer steht.

Nach einer weiteren gefühlten Stunde ist meine Nummer dran, oder das, was ich dafürhalte?

 

Das "Restaurant" ist gefüllt von lautstarken und turbulenten Familiengruppen. Als einzel Reisender bin ich hier, nicht nur gefühlt, fehl am Platze.

Nachdem ich endlich das teure Gebäck empfangen darf, werde ich immerhin mit der bislang schlechtesten Pizza meines bisherigen Lebens "belohnt".

 

Man kann nicht immer Glück haben.

Auf der Wanderung zurück zum Zelt laufe ich im Kreis, bis ich endlich etwas erkenne, was mich zur Zeltwiese leitet.

Am Zelt angekommen durchsuche ich meine Vorräte ob ich nicht doch noch was zum Essen finde.

 

Reicht für heute, -Morgen geht es ab nach Hause.

Auch auf diesem denkwürdigen Platz wird es irgendwann leise und ich lausche den Geräuschen des Waldes.

Nur noch eine Stelle ohne Wurzeln finden und dann gute Nacht.

 

Bis Morgen.

 


 

Sonntag, 17.08.2025

 

Ich hatte mir den CP bewusst so gewählt, dass es nur ca. 80 km bis Emmerich sind. 

Dann würde ich gegen Mittag dort eintreffen und mit der Bahn gemütlich zurück nach Hause dackeln.

 

In aller Ruhe stehe ich auf packe zum letzten Mal die Sachen zusammen und fahre los.

zunächst heißt es den Ausgang finden auf dem riesigen Gelände.

Aha, dort steht ein Schild "Ausgang".

 

Von hier aus geht eine Straße direkt in das nächste Dorf.

Eigentlich logisch - denn wie sollten sonst die Camper hier herkommen?

 

Durch die schönen Radwege der Veluwe steuere ich auf Arnheim zu.

Also, das macht Spaß und meine Befürchtungen mit dem Reise Rad die Berge hoch und runter fahren zu müssen, haben sich nicht bewahrheitet. 

Ganz im Gegenteil. 

Mit dem Wissen, dass es heute der letzte Tag ist, kann ich die Landschaft nochmal bewusst genießen.

Auch sind die verbleibenden 80 km locker in 4 Stunden zu bewältigen.

 

Komisch, die Bahn ist so still heute? 

Sollten hier nicht die BETUWE Line Güterzüge fahren (Rotterdam - Ruhrgebiet)?

 

Egal, ich komme durch Arnheim, vom Rad aus habe ich es noch nie gesehen. Immer nur vom Auto oder Motorrad aus.

Ich komme am Zoo vorbei und am Freilichtmuseum.

Beides High Lights unserer Zeit hier. 

Wir hatten Jahreskarten für den Burgers Zoo und haben diese ausführlich benutzt. Für mich immer noch der schönste Zoo überhaupt.

 

Ich suche mir den Weg zurück nach Elten. 


Nanu Baustelle?

Nein, über den Elten Berg möchte ich jetzt echt nicht mehr fahren.

Daher ignoriere ich die Schilder, bis ich tatsächlich an der Bahnschranke nicht mehr weiterkomme, da Baustelle!


Es fahren noch immer keine Züge und die Baustelle ist komplett gesperrt!


Mir schwant Böses.


Ich hoffe, dass ab Emmerich der Schienenverkehr läuft.


So langsam wird mir klar, warum ich keinen Zug buchen konnte mit der App und mit Fahrradmitnehme (normale Tickets konnte man buchen).

Ich dachte halt, dass ich die App falsch bediene?

 

Voller Vorahnungen radel ich direkt zum Bahnhof. Ich habe nicht mehr den Nerv, an der Promenade zu trödeln.

 

TATSÄCHLICH, der Bahnhof ist zu!

Nur ein paar einsame Busse stehen motivationslos herum.

natürlich ist keine Fahrrad Mitnahme in den Bussen möglich, schon gar nicht ein vollgepacktes Reise Rad.

 

Was tun? Zurück nach Wesel (80 km)?

 

Die App gibt Auskunft, von Xanten nach Duisburg ist möglich mit der Bahn.

Also auf nach Xanten.

Das sind nochmal 35 km oben drauf.

 

Aber ehrlich, es gibt Schlimmerer als am einem Sonntag Morgen, bei bestem Wetter, durch den Niederrhein zu radeln.

Und es sind ja nur 1,5 Stunden bis Xanten.

 

Ich versuche die Zeit zu genießen und lasse mich von Radweg führen.


Hat Xanten überhaupt einen Bahnhof oder ist das ein Internetmärchen?


Ich fahre am Xantener Römerlager vorbei, immer noch der App folgend.

Immerhin gibt es eine Bahnhofstrasse.

 

Dann komme ich dort an, wo eigentlich der Bahnhof sein sollte. 

Sagen wir so:"eine Straßenbahn Haltestell ist oft größer".

 

Dennoch steht dort tatsächlich eine Art Zug auf den Schienen. 

Doch wie soll man dahin kommen?

Ihr ahnt es schon: Eine Baustelle versperrt den Weg.

 

Ich schaffe es gerade noch das Abteil zu erreichen, als der Zug auch schon losgondelt.

"Das ist doch der Zug nach Duisburg?" frag ich einen Mitreisenden. "Ja Ja wird wohl so sein”. Ruhrgebiet Philosophie.

Noch schnell das Ticket mit der App gebucht, immerhin, dass hat geklappt!

 

2 Stationen weiter, weiß ich immerhin, dass der Zug tatsächlich Richtung Ruhrgebiet fährt, wohin auch sonst, links und rechts ist ja nix mehr?

 

ABER, der Deutsche Bahn sei Dank, die Tür auf der rechten Seite lässt sich nicht öffnen? Die Bahn mag es halt bei den Reisenden die Spannung hoch zu halten ;-)

 

FU...ck, ich probiere, ob ich für den Fall des Falles das Rad durch den Gang schieben kann. Also bis zur nächsten Tür.

Nope, nix zu machen.

 

Noch 4 Stationen und der Zug ist überfüllt.


Mir ist das Risiko zu groß und ich verlasse das Abteil und schieb das Rad in den nächsten Waggon.

Nur dank der Toleranz der Mitreisenden lassen die mich in den Zug. 

Denn eigentlich war dort kein Platz mehr. 

Ruhrgebiet halt!

Die Menschen machen möglich, wo es anderswo nicht gepasst hätte.

 

in der letzten Station kommt noch ein weiterer Radreisender dazu, welcher vorhin zusammen mit mir das Abteil gewechselt hat. 

In seinem Waggon ging die Tür auch nicht auf.


UND

Tatsächlich wir mussten auf der Seite mit der kaputten Tür aussteigen.

 

Im R6 nach Minden dann dasselbe Bild.

Alles voll und kaum Platz für das Rad.

Ich musste das rad bei nahezu jeder Station umstellen,  bis endlich nach Bielfeld ein Platz frei wurde.

 

Geplant hatte ich bei Porta zuzusteigen und von dort zurück zu fahren.

Kaum hatte ich den R6 verlassen, sah ich das der Aufzug kaputt ist.

In Porta muss man vom Bahnsteig aus eine hohe Treppe hoch zum Bahnhof überwinden.


Also, wieder in den Zug zurück. Der freundlichen Lockführer hat mich beobachtet und zuckte nur mit den Achseln.

 

Von Minden dann schnell die kurze Strecke bin nach Hause mit dem Rad gefahren.

 

1400 km in 11 Tagen geschafft.


Zelt und alle anderen Sachen zum Trocknen aufgehängt, das Rad in die Garage und dann gute Nacht.

 


Vielen Dank 

und schöne Grüße wo auch immer ihr gerade seid.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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